{"id":2355,"date":"2019-12-19T15:00:29","date_gmt":"2019-12-19T14:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.felicitas-werner-egerland-stiftung.de\/morgenland-campus\/"},"modified":"2020-10-01T15:46:35","modified_gmt":"2020-10-01T13:46:35","slug":"morgenland-campus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.felicitas-werner-egerland-stiftung.de\/en\/morgenland-campus\/","title":{"rendered":"Morgenland Campus"},"content":{"rendered":"[vc_row][vc_column][vc_column_text]<strong>Morgenland Campus<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\"><b>Von Ralf D\u00f6ring.<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"> Jan Monazahiam spielt ein kraftvolles Solo, jazzig und orientalisch eingef\u00e4rbt. Seit einem Jahr studiert der Fl\u00f6tist bei Anna-Lena Schnabel Jazz am Institut f\u00fcr Musik der Hochschule Osnabr\u00fcck (IfM); jetzt, beim Abschlusskonzert des Morgenland Campus im Soziokulturzentrum Lagerhalle, zeigt er, wie lehrreich dieser Meisterkurs in Sachen arabische Musik gewesen ist. F\u00fcnf Tage lang haben sich die Studierenden mit der Klangsprache des Orients besch\u00e4ftigt. In einem Raum im Keller des IfM haben vier Jungs m\u00e4chtig Spa\u00df mit dem Darbouka-Virtuosen Rony Barrak. Aus einer Abfolge unterschiedlicher Percussion-Muster machen sie ein St\u00fcck \u00fcber Kommunikation, \u00fcber Interaktion, \u00fcber \u201econfidence and trust\u201c, wie Barrak sagt, beides W\u00f6rter, die sich mit \u201eVertrauen\u201c \u00fcbersetzen lassen. Drei Stockwerke h\u00f6her spricht der Geiger MAias Alyamani \u00fcber die Kunst des Maqam, \u00fcber Mikrointervalle, die unsere westliche Musik verlernt hat, und \u00fcber Ornamentik, die aus Tonfolgen lebendige Musik macht. Im Gartenhaus schlie\u00dflich improvisieren S\u00e4ngerinnen \u00fcber einfache Akkorde, die Dima Orsho am Klavier spielt. \u201eIch wollte immer hin zu Dur\u201c, sagt Orsho, \u201eaber ihr wart so kraftvoll im Moll verhaftet \u2013 toll.\u201c Dann lobt sie noch ein, zwei S\u00e4ngerinnen besonders f\u00fcr ihren Gesang \u2013 und r\u00fchrt eine davon prompt zu Tr\u00e4nen. <\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">F\u00fcr eine Woche hat sich das Morgenland Festival im November im IfM eingefunden, um den Morgenland Campus abzuhalten. Dieses Kursformat ist nicht neu. \u201eWir bauen auf Erfahrungen auf, die sich bew\u00e4hrt haben\u201c, sagt Sascha Wienhausen, der Dekan des IfM. 2016 fand der erste Campus statt, die aktuelle Ausgabe ist die \u00fcppigste bisher. Das IfM stellt daf\u00fcr R\u00e4umlichkeiten und Infrastruktur, das Morgenland Festival hat die Dozenten verpflichtet: Musikerinnen und Musiker, die beim Festival f\u00fcr Furore sorgen und zu den besten z\u00e4hlen, die die Orient-Musikszene zu bieten hat. Doch das allein h\u00e4tte nicht gereicht, den Kurs zu finanzieren: Mit 60.000 Euro unterst\u00fctzt die Felicitas und Werner Egerland Stiftung den Campus, eine Stiftung mit Sitz in Osnabr\u00fcck, die junge Menschen aus Europa in den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaften f\u00f6rdert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Davon profitieren nun 30 Studierende, die H\u00e4lfte IfM-Eigengew\u00e4chse, die andere H\u00e4lfte aus dem Rest der Welt: Eine Kamanche-Spielerin stammt aus dem Iran, eine S\u00e4ngerin aus Stockholm. Der lettische Posaunist Vadim Dmitrijev, ein schmaler junger Mann mit coolem schwarzen Look, absolviert gerade ein Erasmus-Jahr an der Hochschule f\u00fcr Musik und Theater in Hamburg. Er ist hier, um die arabische Musiksprache zu lernen, denn \u201ediese Musik wird auf der halben Welt gespielt und gesungen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dabei werden Dozenten selbst zu Sch\u00fclern: Michel Godard, der Tuba- und Serpentvirtuose, Trompeter Frederik K\u00f6ster oder der syrisch-amerikanische Klarinettist Kinan Azmeh lernen ebenfalls neue M\u00f6glichkeiten des musikalischen Ausdrucks kennen. Von einer \u201eWin-win-win-Situation\u201c spricht deshalb Michael Dreyer, der Leiter des Morgenland Festivals. Das best\u00e4tigt Jan Monazahiam: \u201eDie Dozenten k\u00f6nnen alle so unglaublich gut unterrichten\u201c, sagt er. Denn \u201esie sind selbst so begeistert\u201c. Und wissbegierig: \u201eDurch das Unterrichten m\u00fcssen wir uns selbst bewusst machen, was wir tun und warum wir es tun\u201c, sagt Kinan Azmeh. Und so profitieren Studierende wie Lehrende und, nicht zu vergessen, das Publikum des Abschlusskonzerts.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8221;2\/3&#8243;][vc_single_image image=&#8221;2332&#8243; img_size=&#8221;full&#8221; onclick=&#8221;link_image&#8221;][vc_column_text]<em>\u00a9 Luidmila Jeremies<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8221;1\/3&#8243;][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Morgenland Campus &nbsp; Von Ralf D\u00f6ring. Jan Monazahiam spielt ein kraftvolles Solo, jazzig und orientalisch eingef\u00e4rbt. Seit einem Jahr studiert der Fl\u00f6tist bei Anna-Lena Schnabel Jazz am Institut f\u00fcr Musik der Hochschule Osnabr\u00fcck (IfM); jetzt, beim Abschlusskonzert des Morgenland Campus im Soziokulturzentrum Lagerhalle, zeigt er, wie lehrreich dieser Meisterkurs in Sachen arabische Musik gewesen ist. 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