Ausgehend von dem Ansatz „Lernen aus Lebenserfahrungen“ werden in drei Veranstaltungen zu den Themen Rassismus, Klassismus und Leben mit Behinderungen Autor*innen eingeladen, die sich in ihren Büchern mit ihren persönlichen Erfahrungen auseinandersetzen. Teil jeder Lesung ist auch das anschließende vertiefende und erweiternde Gespräch. Die Veranstaltungen sind öffentlich, wenn möglich eingebettet in relevante Aktionswochen (Internationale Wochen gegen Rassismus) und sprechen gezielt ein junges Publikum an. Dieses wird auch durch zusätzliche Schulkooperationen gewonnen.
In einer ersten Lesung war am 25.3. 2025 Mohammed Sarhangi zu Gast:
In seinem aufrüttelnden Buch verwebt der Historiker und deutsch-iranische Doppelstaatler Sarhangi gekonnt biografische, literarische und historisch-wissenschaftliche Perspektiven zu einem Kompendium der Emotionen von Migrantinnen und Migranten in Deutschland.
„Vom Balkon aus schaute ich auf einen Spielplatz, auf dem Kinder meines Alters umherliefen und sich amüsiert rauften. Nach kurzem Zaudern fragte ich sie, ob ich mitspielen dürfte. Die Antwort war: „Nein, mit Ausländerkindern spielen wir nicht.“ Ich weiß nicht mehr, was ich damals empfunden habe. Im Nachhinein war klar: Künftig würde ich in den Spiegel sehen und einen Ausländer erkennen.“
Es sind Ereignisse wie diese, die Gefühle der Ausgrenzung produzieren: Angst, Scham, Wut, Verzweiflung, und gleichzeitig Sehnsucht und Hoffnung nach Zugehörigkeit verstärken. Sarhangi analysiert, inwieweit die vielfältigen Erfahrungen der Migration die Gefühle von Migrantinnen und Migranten prägen und formen – auch über Generationen hinweg. Auf der Quellen Grundlage seiner eigenen Erfahrungen, Oral-History-Interviews aus dem Archiv der Flucht und autobiographischen sowie literarischen Publikationen entwickelt er ein aufschlussreiches, wie berührendes Buch, aus dem klare Aufträge zur Veränderung für eine menschliche, sozialpsychologisch fundierte und nachhaltige Migrationspolitik der Bundesrepublik Deutschland erwachsen.
Der Verein Stigma e.V. bietet mit seinem pädagogischen Konzept „Lernen aus Lebenserfahrung“ für interessierte Schulklassen ab 10. Jahrgang eine 90-minütige Unterrichtseinheit zum Thema an, in deren Ergebnis die Schülerinnen und Schüler Fragen an den Autor für die Lesung vorbereiten und an der Lesung vergünstigt teilnehmen können. Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können sich unter seminare@stigma-ev.de melden, um mehr Details zu Inhalten und Terminen zu erhalten.
Weitere Lesungen folgen.

