Klasse-Künstlerinnen teilen sich den Osnabrücker Musikpreis

Klarinettistin Annelien van Wauwe und Sopranistin Sumi Hwang freuen sich über hochdotierten Förderpreis


Osnabrück. Eine Sopranistin aus Südkorea und eine Klarinettistin aus Belgien sind nicht nur beim diesjährigen ARD-Musikwettbewerb zu Preisträgern gekürt worden. Zusätzlich wurden Sumi Hwang und Annelien van Wauwe mit dem Osnabrücker Musikpreis 2012 ausgezeichnet. Zusammen mit dem Preisgeld des renommierten ARD-Wettbewerbs dürfen beide jetzt jeweils mehr als 10000 Euro ihr Eigen nennen.

„Ich werde das Geld vermutlich für den Kauf historischer Instrumente verwenden“, erklärt van Wauwe im Osnabrücker Rathaus, wo sie und ihre Kollegin von Felicitas Egerland als Beiratsvorsitzender der Werner-Egerland-Stiftung als Preisspenderin sowie von Oberbürgermeister Boris Pistorius begrüßt wurden. Einmal im Jahr wird der Osnabrücker Musikpreis vergeben, der 1995 von Hans Weichsler ins Leben gerufen wurde. Zum dritten Mal ermöglicht jetzt die Egerland-Stiftung die Verleihung des Preises zur Förderung junger Musiker aus dem Bereich der klassischen Instrumental- und Vokalmusik. „Die Jury hat zwar kontrovers diskutiert, konnte sich dann aber einhellig darauf verständigen, dass zwei Finalisten des ARD-Wettbewerbs den Osnabrücker Preis verdienen“, erklärte Andreas Hotz, Generalmusikdirektor des Theaters Osnabrück, einer der Juroren. Das hohe musikalische Niveau der Darbietungen sei der Grund, dass sich in diesem Jahr erstmals zwei Künstlerinnen den Preis teilen müssten. Dennoch sind beide überglücklich über die Auszeichnung, denn eigentlich wussten sie gar nicht, dass bei den Finalkonzerten des ARD-Musikwettbewerbs in München das Kuratorium der Egerland-Stiftung anwesend war, um ihre Preisträger zu küren. „Wir waren total überrascht“, erinnern sich die beiden Studentinnen.

Während van Wauwe in Berlin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler ein Masterstudium absolviert und darüber hinaus in Trossingen historische Ausführungspraxis studiert (daher auch das Interesse an alten Musikinstrumenten), ist Hwang in der Meisterklasse der Hochschule für Musik in München eingeschrieben. Obwohl sie sich in diesem Jahr sehr intensiv für den Wettbewerb vorbereitet haben, sodass der Sommerurlaub ausfallen musste, können sie sich vor Konzertangeboten zurzeit nicht retten. „Dennoch werden wir unser Studium fortführen und abschließen, denn man kann immer noch lernen“, meinen sie übereinstimmend. Die 26-jährige Sumi Hwang, die erst vor eineinhalb Jahren von Seoul nach Deutschland kam, sieht ihre berufliche Zukunft in Europa. „Am liebsten würde ich in Deutschland arbeiten.“

Jetzt werden sie aber erst einmal in Osnabrück ihr Können unter Beweis stellen. Annelien van Wauwe wird zunächst mit Theaterpädagogin Annette Schekahn ein „Klassenzimmerkonzert“ für siebenjährige Schüler der Kreuzschule Schinkel absolvieren, denn die Egerland-Stiftung betreibt nicht nur Spitzenförderung, sondern ist auch der Musikvermittlungsarbeit bei jungen Leuten verpflichtet. Am Sonntag, 9. Dezember, findet dann um 11 Uhr die offizielle Preisverleihung in der Osnabrückhalle statt, am Montag um 20 Uhr eine Wiederholung des Konzerts mit dem Osnabrücker Symphonieorchester, bei dem unter anderen Mozart, Schubert und Carl Maria von Weber interpretiert werden und Hwang sowie van Wauwe als Solistinnen auftreten.

Autor: Tom Bullmann 07. Dezember 2012

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