Stiften macht Freude

Die Werner-Egerland-Stiftung übernimmt die Finanzierung des Osnabrücker Musikpreises

Neue Osnabrücker Zeitung, 20.01.2011


Osnabrück. Ohne Frage zählt der alljährlich vergebene Musikpreis zu den Aushängeschildern der Stadt. Das allein ist aber kein Grund für Felicitas Egerland, die Finanzierung des Preises zu übernehmen. „Ich hätte nicht gedacht, dass Stiften so viel Freude macht”, sagt sie bei der Unterzeichnung des Vertrages, mit dem sich die Werner-Egerland-Stiftung bis 2014 verpflichtet, den Musikpreis zu finanzieren.

Damit ist der mit 7500 Euro dotierte Preis gesichert und kann im Sinne seines Initiators und Gründers Hans Weichsler fortgeführt werden. Dabei hatte der „Musikpreis der Stadt Osnabrück”, so der offizielle Name, nie den Anspruch, sich als neues Eigengewächs im Dschungel bundes- und weltweit ausgelobter Musikpreise durchzusetzen. Stattdessen nutzte man den renommiertesten Wettbewerb, der auf deutschem Boden ausgetragen wird und der schon etliche künftige Stars ausgezeichnet hat: den ARD-Musikwettbewerb in München.

Jahr für Jahr fährt darum im Herbst eine Jury in die bayrische Weltstadt mit Herz und ermittelt während der Finalrunde des ARD-Wettbewerbs den Preisträger für Osnabrück. Diesmal fiel die Wahl auf den 1981 in Straßburg geborenen Flötisten Loic Schneider. Seine Interpretation von Joaquín Rodrigos „Concierto pastoral” für Flöte und Orchester hatte begeistert: das Publikum, die Presse, die ARD-Jury – und die des Osnabrücker Musikpreises.

Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass sich die Voten decken: Die Osnabrücker Jury entscheidet unabhängig, wie Generalmusikdirektor Hermann Bäumer bei der Vertragsunterzeichnung im Justus-Möser-Saal des Rathauses sagte. Schneiders Flötenspiel muss indes intensiv, überwältigend und über alle Zweifel erhaben gewesen sein.

Damit wird Oberbürgermeister Boris Pistorius beim Sinfoniekonzert am kommenden Sonntag den Preis an Schneider übergeben. Erstmals stehen dabei zwei Stifter für das Preisgeld ein: Für dieses Jahr haben sich der bisherige Sponsor Deutsche Bank. vertreten durch Uwe Hadeler, und die Egerland-Stiftung das Preisgeld geteilt, gewissermaßen, um den Übergang weich zu gestalten. Die Deutsche Bank zieht sich damit aber keineswegs aus dem Kultursponsoring zurück. „Wir wollen das Geld umwidmen, nicht sparen”, sagt Hadeler. Eine weitere gute Nachricht für die Osnabrücker Kulturszene.

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