Ohne Gucken


“Ihr guckt gar nicht richtig hin!”, stellte die sechsjährige Leonie fest als sie Martin Grubinger und Manuel Hofstätter am Schlagzeug beobachtete. Beim fünften “Meister-Klassenzimmer” der Werner-Egerland-Stiftung zeigten die beiden Meister am Schlagzeug Karlsruher Grundschülern, was in ihnen steckt – und in ihren Trommeln: jede Menge “Balkan Grooves”.

a507b116a0Vor Martin Grubingers Konzert unter dem Titel „Balkan Grooves“ teilte der Mulitpercussionist gemeinsam mit seinem Kollegen Manuel Hofstätter eine Schulstunde lang seine Erfahrungen auf allen Arten von Schlagzeug. Dabei flogen Hände und Klöppel nur so über Pauken, Trommeln und nicht zuletzt über das Xylophon. Auf die Feststellung der kleinen Leonie, er schaue ja gar nicht hin, erklärte Martin Grubiner, dass sie durch das viele Üben intuitiv wissen, wo sie wann auf welches Instrument schlagen müssen.

Die von der Werner-Egerland-Stiftung initiierte Veranstaltungsreihe „Meister-Klassenzimmer“ im Rahmen des Education-Programms des Festspielhaus Baden-Baden richtet sich an Grundschüler. Die Kinder sollen mit international renommierten Künstlern gemeinsam künstlerische Erfahrungen machen. Dabei standen am 23. November natürlich verschiedene Schlaginstrumente im Mittelpunkt.

Die Kinder lernten neben den gängigen Trommeln und Glockenspielen auch Vibraphon, Marimba und Crash-Becken kennen. Martin Grubinger spielte seine Lieblingsstellen vor und ließ seine Schüler spüren, warum diese Stellen ihm so kostbar sind. So sensibilisierte der Musiker die Kinder insbesondere für die leisen Töne.

Musik sei Spiel und Kommunikation, sagte Martin Grubinger und trat sogleich den Beweis an: Mit Manuel Hofstätter zeigte er, was Zusammenspiel bedeuten kann. Mal als Frage-Antwort-Spiel, mal als Duell hörten die Kinder, was Martin Grubinger vorgab und was Manuel Hofstätter erwiderte.

„Ihr habt bestimmt 40 Jahre geübt.“, staunte die Grundschülerin Sarah. Ganz so verhält es sich nicht. Beide Percussionisten sind noch keine 30 Jahre alt. Martin Grubinger begann mit vier Jahren Musik zu machen, sein erstes Konzert vor Publikum gab er mit sechs Jahren. Auch Manuel Hofstätter hat früh begonnen. Mit sechs Jahren lernte er an Klavier und Schlagzeug die Welt der Rhythmen kennen. Neben Musik sind den beiden Österreichern das Schlafen, das Essen und der Fußball wichtig.

Im Anschluss an das Gespräch auf der Bühne durften die Schüler bei der Anspielprobe dabei sein. Damit war ihr Ausflug ins „Meister-Klassenzimmer“ perfekt. Das von der Werner-Egerland-Stiftung unterstützte Projekt wurde im März 2012 im Festspielhaus Baden-Baden ins Leben gerufen. Für die Schüler ist die außergewöhnliche Musikstunde kostenlos und ermöglicht ihnen, sich der Musik auf eine neue Art zu nähern. Nach Anne-Sophie Mutter, Bobby McFerrin, den Tänzern von Het National Ballet Amsterdam und Jonathan Nott reihte sich nun auch Martin Grubinger bei den Meistern ein, die ihre Bühne zum Klassenzimmer machen.

Quelle: festspielhaus.de / 23. November 2012, Bilder: © Stephanie Schweigert

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