Sie holen Geschichte in die Gegenwart

Neue Osnabrücker Zeitung, 11. Juli 2009


Bramsche. Römische Münzen und Ausrüstungsgegenstände: Die jungen Leute können erste Funde vorweisen. Doch es geht nicht nur um Archäologie, sondern auch um Begegnungen. Im Museum und Park Kalkriese wurde in dieser Woche das erste vierwöchige Europäische Grabungscamp gestartet.

Bramsche. Römische Münzen und Ausrüstungsgegenstände: Die jungen Leute können erste Funde vorweisen. Doch es geht nicht nur um Archäologie, sondern auch um Begegnungen. Im Museum und Park Kalkriese wurde in dieser Woche das erste vierwöchige Europäische Grabungscamp gestartet. Der Titel: „Vom Schlachtfeld zum Lernfeld.“Die Grabungssaison hat vor zwei Wochen begonnen, berichtete Susanne Wilbers-Rost, Leiterin der Achäologie. In einem ersten Arbeitsschritt wurde von Baggern die oberste Schicht der Grabungsbereiche abgetragen. Insgesamt 1000 Quadratmeter Fläche werden in dieser Grabungssaison untersucht, von denen sich Wilbers-Rost „den einen oder anderen interessanten Fund und Befund“ verspricht – nicht nur militärgeschichtlich, sondern auch zu sozialen und kulturellen Zusammenhängen. Bei den Grabungsflächen handelt es sich um den Hinterhalt der Germanen im weiteren Wallverlauf sowie um das Vorfeld der Wallanlage.Bei ihrer Ankunft herrschte Hitze, gestern wurden die jungen Leute durch strömenden Regen aufgehalten. Dem mussten auch der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, und Felicitas Egerland von der Werner-Egerland-Stiftung trotzen. Zusammen mit weiteren Gästen nahmen sie den ersten Spatenstich vor. Genau genommen sind es zwei Grabungscamps zu jeweils zwei Wochen. Insgesamt sind 20 junge Leute aus Polen, Spanien, Italien, Ungarn, Kroatien, Türkei und Deutschland beteiligt. Dazu kommen zwei Jugendliche aus den USA. Ermöglicht wurde das Camp durch einen Zuschuss der Egerland-Stiftung. Ausgeschrieben wurde das Projekt über den Lions-Club Osnabrück-Penthesilea und den Rotary-Club Osnabrück-Süd.„Gemeinsam soll aus der Geschichte gelernt werden“, verwies Geschäftsführer Joseph Rottmann auf Worte von Varusschlacht-Besucherin Angela Merkel. Ein Punkt, den auch Pöttering aufgriff: Mit den Ausgrabungen werde „Geschichte in die Gegenwart geholt“. Man habe mit der Europäischen Union „die richtigen Konsequenzen“ aus den früheren Kriegen auf dem Kontinent gezogen. Der weitere wesentliche Aspekt des Camps sei aber, dass sich junge Leute – „verbunden durch gemeinsame europäische Werte“ – kennenlernen, so der Präsident des Europäischen Parlaments. Der Politiker stellte auch das geplante Projekt „Haus der Europäischen Geschichte“ vor, das bis 2014 umgesetzt werden soll. Der Wunsch Pötterings. Die Varusschlacht möge einen „angemessenen Platz“ erhalten.

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